Club of Engineers
+ Friends e.V.
Für globale Gerechtigkeit!
Wir verbinden empowernde Technologien mit starken Beziehungen – Wir schaffen Strukturen die langfristig bestehen und wachsen können.
Makerspaces, schwimmende Dörfer oder Permakultur – wir setzen auf praktische Innovationen, die Wirkung zeigen und Kreisläufe neu denken. Mit unseren starken Partnerschaften weltweit packen wir’s an – wirksam und auf Augenhöhe.
Projekte
The Roots of Everything
The Roots of Everything: Widerstand und reale Utopien aus dem Wald
Eine Veranstaltungsreihe in mindestens sechs Akten. Von den Rechten der Natur über resiliente Gemeinschaften bis hin zu alternativen Ökonomien
Wir leben in dystopischen Zeiten. Der Planet steht vor dem ökologischen Kollaps, während die Mächtigen immer autoritärer werden, Vernichtungskriege vorantreiben, Reichtum abschöpfen und Menschenrechte wie lästige Fliegen einfach abschütteln. In Deutschland und in der Welt.
Doch genauso regt sich Widerstand. Menschen stehen dagegen auf, tun sich zusammen und gestalten Neues. Ein Tal im Nebelregenwald von Ecuador geht mit einem besonders beeindruckenden Beispiel voran. Hier liegt eines der größten Kupfervorkommen unter einem der biodiversesten Wälder der Welt. Kupfer ist ein zentraler Rohstoff der sogenannten erneuerbaren Energien. Doch um an es zu gelangen, müsste man den subtropischen Nebelwald oben drüber zerstören. „Warum sehen die denn nicht, dass hier oben im Wald der eigentliche Reichtum ist?“, fragt Cenaida Guachagmira, Aktivistin aus dem Intag-Tal und für unsere Reihe eine Weile in Berlin.
Sie will verstehen, wie der Westen denkt, um auf solche Ideen zu kommen ohne die Konsequenzen zu bedenken. Und sie will uns zusammen mit einigen anderen aus dem Tal von den Strategien und dem Weltverständnis im Nebelwald erzählen. Denn hier machen sie seit Jahrzehnten ursprünglich Utopisches tatsächlich möglich: Als Gemeinschaft von Kleinbäuer*innen schützen sie einen der biodiversesten Orte der Welt gegen Giganten des globalen Kapitalismus und kleingeistige Politik. Sie lassen neue Lebens- und Wirtschaftsformen wachsen und legen sich mit der alten Weltordnung aus Ausbeutung und Gewinnmaximierung an.
Für unsere Reihe wird der Nebelregenwald zur Lehrmeisterin, Berlin wird zum Labor. Über rund zwei Monate hinweg nehmen wir den Erfolg des Widerstands im Intag-Tal als Kompass für unsere eigene Wende. Wir übersetzen die Prinzipien von Resilienz, Widerstand und Weltverständnis aus dem Nebelregenwald in deutsche Zusammenhänge, erinnern uns an unser eigenes altes Wissen von Nachhaltigkeit und lassen uns von konkreten Beispielen vor Ort inspirieren: Was können wir von den Verteidigungsstrategien dort für hiesige Energiegenossenschaften, ökologische Lebensmittelproduktion und systemische Hebel für tatsächliche Klimagerechtigkeit lernen? Natürlich geht das nicht eins zu eins, aber wir können Anregungen finden, Mut und konkrete Werkzeuge. Cenaida, die anderen und der Wald werden uns dabei helfen.
Und wir können zurückgeben. Schließlich schützen die Menschen einen der biodiversesten Orte der Welt auch für unser Klima und gegen unseren Rohstoffhunger. Gegen die Illusion des grünen Kapitalismus und für eine Welt, in der wir uns auf das Wesentliche zurückbesinnen: Wie wollen wir eigentlich leben? Woher kommt unser Wasser, unsere Energie, unsere Lebensmittel? Welche Systeme unterstützen wir damit? Wie können wir tatsächlich nachhaltige Systeme gestalten?
Eine Reihe für Herz und Haltung und für alle, die raus wollen aus der Überforderung und rein in eine konstruktive Zukunft. Aber nicht von oben, sondern von uns.
Denn keiner wird kommen uns zu retten. Wir alle sind gefragt. Wir alle haben Möglichkeiten. Wir alle können die Zukunft mit realen Utopien füllen. Imaginate! Imagine! Stell dir vor! Eine Welt, in der Flüsse Persönlichkeiten sind und Wälder um Rat gefragt werden.
Die Struktur der Reihe folgt dabei einem klaren Rhythmus: Impuls-Abend + Umsetzungsworkshop: Jeder Akt beginnt mit einer öffentlichen Lecture Performance am Abend - ein Raum für Geschichten, Kunst und geladene Gäste aus Ecuador und Deutschland. Am darauffolgenden Tag geht es in die Tiefe: In Workshops für Kompliz*innen, die mehr wollen, übersetzen wir die Impulse in konkrete Projekte.
Die Daten:
5./6. Mai: Die Kraft der Imagination. Der Nebelregenwald als reale Utopie
19./20. Mai: Von Würde und Gerechtigkeit. Rechte der Natur vor Gericht
2./3. Juni: Radikale Regeneration. Für Wälder und Seelen
30.6./1.7. Resiliente Gemeinschaften. Zusammen wachsen statt zerstreiten
7./8. Juli: Alternative Ökonomien. Reichtum neu definieren
10./11. Juli: Utopien-Ernte und Fiesta
Abendveranstaltungen: ab 18.30 // Workshops: 17 - 21 mit Essenspause
Werde Kompliz*in: Dein Platz im Labor für reale Utopien
Dieser Weg ist für Leute, die wollen. Für unsere Workshops suchen wir Menschen, die bereit sind, die Impulse aus dem Nebelregenwald mit ihrem eigenen Leben und Arbeiten zu verweben. Ob du bereits in einer Initiative aktiv bist, im Kiez Strukturen aufbaust oder dich gerade erst aus der Ohnmacht lösen willst: Wir freuen uns über deine Perspektive, um den Berliner Asphalt mit dem Wissen des Waldes zu beleben.
Unseren Workshops sind keine Lektionen, sondern ein Labor für gegenseitiges Lernen. Hier treffen die jahrzehntelangen Erfahrungen von Cenaida Guachagmira und der Gemeinschaft aus Intag auf deine lokalen Fragen. Gemeinsam entwickeln wir keine theoretischen Konzepte, sondern Prototypen für utopisch-widerständige Projekte, Initiativen und Leben.
Schreib uns einfach, wer du bist und warum du mitmachen willst: rootsofeverything@posteo.de
Deadline jeweils 10 Tage vor den Workshops. Zu-/Absage dann drei Tage später.
Wir freuen uns auf Euch!
Floating
Mothership
In Bihar, Indien, entwickeln Kleinbäuer:innen eigene Antworten auf die durch den Klimawandel zunehmenden Überschwemmungen, die ihre Lebensgrundlagen bedrohen. Gemeinsam entsteht eine schwimmende Low-Tech-Infrastruktur, die traditionelles Wissen mit innovativen Ideen verbindet und das Leben auf dem Wasser neu denkt.
Prashant - der Gründer des Centre of Resilience - ist selbst in Indien aufgewachsen und erlebt wie, im indischen Bundesstaat Bihar jedes Jahr Millionen Menschen - vor allem Kleinbauer:innen - von den Überschwemmungen des Ganges betroffen sind und ihre Lebensgrundlage bedroht ist. Eine Antwort darauf, die Prashant gemeinsam mit seiner Community und den Betroffenen entwickelt ist das Floating Mothership – eine schwimmende Plattform, die Bildung, Energie und Gemeinschaft verbindet.
Das Mothership wird aus lokal verfügbaren Materialien gebaut, von recycelten Kunststofffässern bis zu Bambus und Lehm. Ausgestattet mit Solarsystem, Komposttoiletten, Wasseraufbereitung und vertikaler Landwirtschaft dient es als Lern- und Demonstrationsort auf dem Wasser. Hier finden Workshops und Trainings zu Themen wie klimaresilientes Bauen, nachhaltige Energie, Ernährungssicherung und Hygiene statt.
Lokale Handwerker:innen und Kleinbäuer:innen lernen wie sie eigene schwimmende Strukturen entwickeln und an die Bedürfnisse ihrer Dörfer anpassen können. Das Wissen wird in den Gemeinden weitergegeben – so entsteht ein wachsendes Netzwerk von Menschen, die gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen arbeiten.
Das Projekt verbindet traditionelles Wissen mit innovativem Low-Tech-Design und schafft Räume für gemeinsames Lernen und Handeln. Das Floating Mothership ist ein Beispiel dafür, wie Innovation aus der Gemeinschaft heraus entstehen kann – dort, wo die Auswirkungen des Klimawandels längst spürbar sind.
Wajukuu
Makerspace
Wajukuu ist ein Künstler:innenkollektiv aus Lunga Lunga, einer informellen Siedlung in Nairobi, in der viele junge Menschen mit Armut und fehlenden Bildungschancen aufwachsen. Mit dem Wajukuu-Makerspace schafft die Gruppe einen offenen Lern- und Kreativraum, in dem Jugendliche aus ihrer Community praktische Fähigkeiten entwickeln und neue Perspektiven für ihre Zukunft aufbauen können.
Die Wajukuu Mitglieder sind selber in Lunga Lunga aufgewachsen - einer informellen Siedlung in Nairobi, in der Perspektivlosigkeit für viele Jugendliche zum Alltag gehört. Bildung ist oft unerschwinglich, Arbeitsplätze rar, und soziale Stigmatisierung macht es schwer, aus eigener Kraft neue Wege zu gehen. Doch genau hier entsteht Veränderung – mit dem Wajukuu Makerspace.
Als offene Werkstatt und ein Bildungsort, bietet der Makerspace den jungen Menschen Zugang zu Werkzeugen, Wissen und praktischen Fähigkeiten. In Kursen zu Webdesign, Fotografie, Holzverarbeitung und Unternehmertum entdecken sie ihre Talente, entwickeln Ideen und bauen sich Schritt für Schritt eine neue Perspektive auf. Begleitet werden sie von Mentor:innen aus der Community, die ihre Lebensrealität kennen – weil sie selbst Teil davon sind.
Der Makerspace ist mehr als ein Ort zum Lernen. Er ist ein Ort der Begegnung, des Vertrauens, der Selbstermächtigung und ein Zuhause. Hier entstehen nicht nur Produkte – sondern auch Selbstbewusstsein, Gemeinschaft und echte wirtschaftliche Chancen. Durch ein eigenes Inkubator-Programm sollen junge Menschen aktiv beim Aufbau kleiner Unternehmen begleitet werden – vom Fotostudio über Tischlereien bis hin zu digitalen Dienstleistungen. Einnahmen aus Aufträgen, Vermietungen und Kooperationen tragen dazu bei, den Makerspace langfristig selbsttragend zu machen.
Das Künstler:Innenkollektiv Wajukuu aus Nairobi Kenia schafft mit ihrem Makerspace einen wichtigen Ort für die Community des Lunga Lunga Slums. Gegründet 2004 verfolgt das Kollektiv die Ziele Kreativität zu fördern, Bildung zu ermöglichen und Räume für Selbstwirksamkeit zu schaffen.
Mushroom
Manufaktur
In Mitume, einer informellen Siedlung in Kitale, fehlen vielen Menschen sichere Ernährung und Einkommensmöglichkeiten. OTEPIC begegnet diesen Herausforderungen mit der Mushroom Manufaktur – einer Low-Tech-Pilzzucht, die aus lokalen Reststoffen Ernährungssouveränität und neue Chancen für Ausbildung und Einkommen schafft.
OTEPIC wurde von Philip Munyasia gegründet, der selbst in Mitume aufgewachsen ist und den Bewohner:innen des von informeller Siedlungsstruktur geprägten Stadtteils neue Perspektiven eröffnen möchte. In Mitume gehen Ernährung und Empowerment Hand in Hand: Mit dem Aufbau einer ressourcenschonenden Pilzfarm schafft OTEPIC eine lokale Lösung für ein globales Problem – den Zugang zu gesunder Ernährung und existenzsicherndem Einkommen.
Die Pilzzucht basiert auf Low-Tech-Methoden und kann mit regional verfügbaren Materialien umgesetzt werden. So entstehen nicht nur wertvolle Nahrungsmittel, sondern auch neue Perspektiven für Menschen, die oft von Armut, Arbeitslosigkeit oder Klimawandel besonders betroffen sind. Die Farm dient als Lern- und Produktionsort zugleich: Frauen, Jugendliche und Gemeinschaftsinitiativen erhalten praktisches Wissen über Anbau, Verarbeitung und Vermarktung – und werden dabei befähigt, eigene Mikro-Unternehmen aufzubauen.
Das Projekt zeigt, wie mit einfachen Mitteln ein System entstehen kann, das resilient, gemeinschaftlich und ökologisch ist. Die Mushroom Farm ist nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch ein Ort für gemeinsames Lernen, Selbstorganisation und wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Seit der Gründung im Jahr 2008 ist OTEPIC ein Selbsthilfeprojekt, das Bewohner:Innen des Mitume Slums eine Perspektive bietet.
Day of Caring (DOC)
Beim Day of Caring engagieren sich Mitarbeitende der Berlin Industrial Group (B.I.G.) gemeinsam mit dem Club of Engineers and Friends e.V. einen Tag lang in sozialen, ökologischen oder gemeinschaftlichen Projekten. Durch praktisches Mitwirken entstehen Begegnungen auf Augenhöhe, neue Perspektiven und sichtbare Veränderungen – für die Teilnehmenden ebenso wie für die unterstützten Initiativen.
Wie viel kann ein einzelner Tag bewegen? Beim Day of Caring zeigen Mitarbeitende der Berlin Industrial Group (B.I.G.) jedes Jahr aufs Neue, was möglich ist, wenn Unternehmen soziale Verantwortung ernst nehmen und leben. Einen Tag lang engagieren sie sich freiwillig in sozialen, ökologischen oder gemeinschaftlichen Projekten, die konkrete Unterstützung brauchen.
Ob beim Renovieren eines Begegnungszentrums, dem Bau eines barrierefreien Zugangs, gemeinsamer Gartenarbeit mit geflüchteten Familien oder der Gestaltung eines Kinderzimmers in einer Notunterkunft: Der Day of Caring bringt Menschen zusammen, die sonst selten Berührungspunkte haben – und schafft Momente echter Verbindung. Für die Mitarbeitenden bedeutet das neue Perspektiven und tiefere Einblicke in gesellschaftliche Realitäten. Für die unterstützten Initiativen ist es ein willkommener Kraftschub – ganz praktisch, aber auch emotional.
Organisiert wird der Day of Caring gemeinsam mit dem Club of Engineers and Friends e.V., der geeignete Projekte vermittelt, Partnerschaften aufbaut und dafür sorgt, dass das Engagement Wirkung entfaltet. Die Initiative steht für eine neue Kultur des Miteinanders – in der Unternehmen nicht nur spenden, sondern mitanpacken.
Permaculture
Trainings
Mit praxisnahen Permakultur-Trainings stärkt OTEPIC die Selbstbestimmung lokaler Gemeinschaften. Kleinbäuer:innen lernen, wie sie mit natürlichen Kreisläufen arbeiten, Ressourcen schonen und Wissen weitergeben können – ein Ansatz, der nachhaltige Landwirtschaft und gemeinschaftliches Lernen verbindet.
In Kitale vermittelt unser Partner OTEPIC praxisnahes Wissen rund um Permakultur und nachhaltige Landwirtschaft – besonders wichtig für Kleinbäuer:innen, die mit ausgelaugten Böden, Wasserknappheit und unsicheren Ernten zu kämpfen haben. In den Trainings lernen sie, wie sie mit einfachen, lokal verfügbaren Mitteln fruchtbare Böden aufbauen, Wasser effizient nutzen und gesunde Lebensmittel für ihre Familien und Gemeinschaften anbauen können.
Die Kurse finden im Gemeinschaftsgarten von OTEPIC statt – ein Ort des Lernens, Teilens und gemeinsamen Handelns. Hier wird Wissen nicht nur vermittelt, sondern gemeinsam erarbeitet: durch Ausprobieren, Beobachten und den Austausch von Erfahrungen. Die Teilnehmenden entdecken, wie sie mit natürlichen Kreisläufen arbeiten, Kompost herstellen, Mischkulturen anlegen und samenfestes Saatgut gewinnen können.
Viele geben das Gelernte in ihren Nachbarschaften weiter, begleiten neue Gärtner:innen oder gründen eigene Projekte. So entsteht ein wachsendes Netzwerk von Menschen, die Verantwortung übernehmen, Wissen teilen und Wege in eine selbstbestimmte, resiliente Zukunft eröffnen.
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